
Aktuelles
Liebe Freundinnen und Freunde der Äthiopienhilfe Freinsheim,
mit unserem Newsletter möchten wir Sie nicht nur über die Projekte unseres Vereins informieren, sondern auch Einblicke in die aktuelle Situation in Äthiopien geben. Viele von Ihnen begleiten unsere Arbeit seit Jahren und wissen, wie eng Hoffnung und Sorge in diesem Land oft beieinanderliegen.
Ein aktueller Bericht der Süddeutschen Zeitung über die Lage in Tigray hat uns besonders bewegt. Er zeigt, wie tief die Wunden des Bürgerkriegs noch immer sind und wie groß die Herausforderungen für die Menschen vor Ort bleiben. Deshalb möchten wir die wichtigsten Inhalte dieses Berichts mit Ihnen teilen.
Nach dem Friedensabkommen: Die Sorge vor einem neuen Krieg in Tigray
Ein aktueller Bericht der Süddeutschen Zeitung zeichnet ein eindrückliches Bild der Lage in Tigray, einer Region im Norden Äthiopiens, die erst vor wenigen Jahren Schauplatz eines verheerenden Bürgerkriegs war. Obwohl die Kämpfe offiziell seit dem Friedensabkommen von Pretoria im November 2022 beendet sind, bleibt die Angst vor einer erneuten Eskalation groß.
Im Mittelpunkt des Berichts steht der ehemalige Soldat Hailesilassie Mahari. Er hatte sich zu Beginn des Krieges im November 2020 freiwillig den Streitkräften angeschlossen. Heute sagt er, dass er sich an einem möglichen neuen Krieg nicht mehr beteiligen werde. Seine Erfahrungen an der Front und die Erlebnisse der Kriegsjahre haben ihn tief geprägt.
Der Tigray-Krieg zählt zu den schwersten bewaffneten Konflikten der jüngeren afrikanischen Geschichte. Schätzungen zufolge kamen innerhalb von zwei Jahren bis zu 600.000 Menschen ums Leben. Neben den direkten Kampfhandlungen litten die Menschen unter Hunger, Vertreibung und dem Zusammenbruch der medizinischen Versorgung. Besonders erschütternd waren Berichte über Massaker an der Zivilbevölkerung und schwere Menschenrechtsverletzungen.
Der Konflikt entstand aus den zunehmend angespannten Beziehungen zwischen der äthiopischen Zentralregierung unter Ministerpräsident Abiy Ahmed und der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF), die die Regionalregierung in Tigray stellte. Als die Spannungen im Jahr 2020 eskalierten, griff die Zentralregierung militärisch ein. Unterstützung erhielt sie unter anderem von Truppen aus Eritrea sowie von Milizen aus der benachbarten Region Amhara.
Für viele Menschen in Tigray brachte das Friedensabkommen zwar ein Ende der offenen Kampfhandlungen, jedoch keinen wirklichen Frieden. Zahlreiche Städte und Dörfer tragen weiterhin die Spuren des Krieges. Die Infrastruktur ist vielerorts zerstört, die wirtschaftliche Entwicklung kommt nur langsam voran, und viele Familien kämpfen noch immer mit den Folgen von Vertreibung und Verlust.
Besonders kritisch sehen viele Bewohnerinnen und Bewohner die unzureichende Unterstützung beim Wiederaufbau. Hilfsgelder und zugesagte Maßnahmen erreichen die betroffenen Regionen nach Ansicht vieler Menschen nicht in ausreichendem Maße. Gleichzeitig bestehen weiterhin politische Spannungen zwischen den verschiedenen Konfliktparteien.
Der ehemalige Soldat Mahari macht dabei nicht nur die Zentralregierung verantwortlich. Auch die TPLF habe Chancen zur Versöhnung und Stabilisierung der Region nicht ausreichend genutzt. Die politische Führung auf allen Seiten habe bislang keine überzeugenden Antworten auf die Ursachen des Konflikts gefunden.
Zusätzliche Sorge bereitet die aktuelle Entwicklung in der Region. Das Verhältnis zwischen Äthiopien und Eritrea gilt erneut als angespannt. Gleichzeitig haben sich politische Bündnisse verändert: Frühere Verbündete stehen sich inzwischen teilweise feindlich gegenüber. Beobachter warnen deshalb davor, dass bestehende Konflikte erneut in Gewalt umschlagen könnten.
Der Bericht macht deutlich, dass das Ende eines Krieges nicht automatisch Frieden bedeutet. Für die Menschen in Tigray sind die Folgen des Konflikts weiterhin Teil des Alltags. Viele hoffen auf Stabilität und wirtschaftlichen Wiederaufbau, gleichzeitig bleibt die Sorge bestehen, dass die Region erneut in einen bewaffneten Konflikt hineingezogen werden könnte.
Warum unsere Unterstützung weiterhin so wichtig ist
Gerade solche Berichte machen deutlich, wie wichtig langfristige Hilfe und verlässliche Partnerschaften sind. Während internationale Aufmerksamkeit oft nachlässt, bleiben die Menschen vor Ort mit den Folgen von Krieg, Armut und Unsicherheit zurück. Der Wiederaufbau von Schulen, die Unterstützung von Kindern und Familien, die Verbesserung der medizinischen Versorgung und die Schaffung von Perspektiven benötigen Zeit – oft viele Jahre.
Als Äthiopienhilfe Freinsheim erleben wir immer wieder, wie viel durch konkrete Unterstützung bewirkt werden kann. Unsere Projekte helfen Menschen nicht nur in akuten Notlagen, sondern schaffen auch Chancen für die Zukunft. Bildung, Gesundheitsversorgung und soziale Unterstützung sind wichtige Bausteine für eine friedliche und stabile Entwicklung.
Jede Spende, jede Mitgliedschaft und jede Form der Unterstützung trägt dazu bei, dass unsere Partner vor Ort ihre wichtige Arbeit fortsetzen können. Gerade in Zeiten politischer Unsicherheit und wirtschaftlicher Herausforderungen ist diese Hilfe ein Zeichen der Solidarität und Verbundenheit.
Wir danken Ihnen herzlich für Ihr Vertrauen und Ihr Engagement. Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass Menschen in Äthiopien Hoffnung bewahren, neue Perspektiven entwickeln und trotz aller Schwierigkeiten eine Zukunft aufbauen können.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Team der Äthiopienhilfe Freinsheim
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Addis Ababa, 07.07,2026
Liebe Christiane und lieber Mark,
das sind interessante Fragen, weil sie in beide Richtungen wirken. Wohlstand ist nicht nur Geld, und soziales Engagement beschränkt sich nicht auf finanzielle Aspekte.
Wie Reiche Armen helfen können:
Menschen mit finanziellen Mitteln können einen bedeutenden Beitrag leisten, indem sie: stabile, fair bezahlte Arbeitsplätze schaffen; in Bildung, Berufsausbildung und Stipendien investieren; Initiativen in den Bereichen Gesundheitsversorgung, Wohnen und Ernährungssicherung unterstützen; Zugang zu Kapital durch Kredite, Zuschüsse oder Mentoring für Kleinunternehmen ermöglichen; ihren Einfluss nutzen, um sich für politische Maßnahmen einzusetzen, die Chancengleichheit fördern; Geld, Zeit und Fachwissen an wirksame gemeinnützige Organisationen spenden; Mitarbeiter, Kunden und die Gemeinschaft fair und respektvoll behandeln. Die nachhaltigsten Formen der Hilfe verbessern oft die Chancen und die Unabhängigkeit der Menschen, anstatt langfristige Abhängigkeit zu schaffen.
Wie Arme Reichen helfen können:
Auch Menschen mit geringeren finanziellen Mitteln haben Wertvolles beizutragen: Sie leisten wichtige Arbeit, die das Funktionieren von Unternehmen und Gemeinschaften aufrechterhält. Praktisches Wissen, Resilienz und Problemlösungskompetenzen aus Erfahrung teilen. Freundschaft, Mitgefühl und unterschiedliche Lebensperspektiven anbieten. Wohlhabenden Menschen helfen, die Herausforderungen anderer Gemeinschaften besser zu verstehen. Kreativität, Kultur, handwerkliches Können und Innovation einbringen. Führungskräfte und Arbeitgeber zur Rechenschaft ziehen, indem man sich gegen unfaire Praktiken ausspricht und Verbesserungen fordert. Viele erfolgreiche Unternehmen sind beispielsweise auf den Einsatz, das Talent und die Erkenntnisse von Menschen aller Einkommensklassen angewiesen.
Das große Ganze:
Gesunde Gesellschaften entstehen nicht dadurch, dass eine Gruppe der anderen von oben herab „hilft“. Sie funktionieren am besten, wenn die Menschen ihre gegenseitige Abhängigkeit erkennen. Wohlhabende Menschen haben oft besseren Zugang zu Kapital, Netzwerken und Einfluss. Menschen mit geringeren finanziellen Ressourcen bringen Arbeit, Ideen, Kultur, Resilienz und Gemeinschaft ein. Beide Gruppen profitieren von Vertrauen, Fairness, Chancen und gegenseitigem Respekt. In diesem Sinne ist die Beziehung wechselseitig: Eine Gruppe mag über mehr finanzielles Kapital verfügen, während eine andere Humankapital, Lebenserfahrung, Fähigkeiten oder soziale Kontakte einbringt. Eine blühende Gesellschaft ist auf all dies angewiesen.
Gezahegn ist einer der Ersten Waisenkinder, die durch die Äthiopienhilfe ein Schulbesuch und eine Berufsausbildung bekam. Er lebte auf der Straße und erbettelte sich die Speisereste von den Restaurants. Heute macht er, als Filmregisseur, Dokumentaires über das Leben in Äthiopien während dem Kriegsgeschehen.
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Addis Ababa, 07.07.2026
Dear christiane and mark.
These are interesting questions because they go both ways. Wealth isn't only about money, and contribution isn't only financial.
How rich people can help poor people:
People with financial resources can make a meaningful difference by: Creating stable, fairly paid jobs. Investing in education, vocational training, and scholarships. Supporting healthcare, housing, and food security initiatives. Providing access to capital through small-business loans, grants, or mentoring. Using their influence to advocate for policies that reduce barriers to opportunity. Donating money, time, and expertise to effective nonprofit organizations. Treating employees, customers, and communities with fairness and respect. The most lasting forms of help often increase people's opportunities and independence rather than creating long-term dependence.
How poor people can help rich people:
People with fewer financial resources also have valuable things to offer: Providing essential work that keeps businesses and communities functioning. Sharing practical knowledge, resilience, and problem-solving skills developed through experience. Offering friendship, compassion, and different life perspectives. Helping wealthy people better understand the challenges faced by different communities. Contributing creativity, culture, craftsmanship, and innovation. Holding leaders and employers accountable by speaking up about unfair practices and advocating for improvements. Many successful businesses, for example, depend on the effort, talent, and insights of people across all income levels.
The bigger picture:
Healthy societies aren't built on one group "helping" another from above. They work best when people recognize that they are interdependent. People with wealth often have greater access to capital, networks and influence. People with fewer financial resources contribute labor, ideas, culture, resilience, and community. Both groups benefit from trust, fairness, opportunity, and mutual respect. In that sense, the relationship is reciprocal: one group may have more financial capital, while another may contribute human capital, lived experience, skills, or social connection. A thriving society depends on all of these.
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Gottesdienst & Ausstellung am Sonntag, 05.03.23 in Weisenheim am Berg
"Christen und christliche Kunst in Äthiopien"
Der Sonntag "Reminiscere" (05.03.2023) will an die verfolgten Christen weltweit denken und über sie informieren. In diesem Jahr stehen die Christen in Äthiopien im Mittelpunkt – Thema für Gottesdienst und Ausstellung.
Äthiopien ist eines der ältesten christlichen Länder und fühlt sich in seiner Tradition und Glaubensgeschichte besonders mit den biblischen Glaubensgeschichten verbunden. So meint die christliche traditionelle Legende: die Königin von Saba bewunderte den weisen König Salomo, besuchte ihn und aus dieser Verbindung ging der spätere König Menelik hervor, der die Bundeslade nach Äthiopien mitbrachte, wo sie heute noch in Aksum aufbewahrt sein soll. In der Folge entstanden unzählige höchst wertvolle Handschriften, Bibeltexte mit ausdrucksvollen Bildern und Verzierungen. Bei einer Rundreise vor einigen Jahren sahen wir bewegende Gottesdienste und Rituale, viele Christen an Stirn und Arm mit Kreuzen tätowiert, bei Gebeten tief verneigt oder auch am Boden liegend. Ganz besonders beeindruckt haben uns die 11 Kirchen in Lalibela, im 13. Jahrhundert nicht gemauert, sondern von oben nach unten in den Tuffstein gemeißelt – weltweit einmalige Stätten christlicher Tradition und Handwerkskunst.
In der Ausstellung werden sehr viele Reproduktionen von Ikonen und Bildern gezeigt sowie auch einige Geräte. Viele Fotos aus dem kirchlichen Leben heute machen neidisch auf die dortige Frömmigkeit und Wallfahrten.
Leider wurde der Vielvölkerstaat in den zweijährigen schrecklichen Krieg um die Macht verwickelt, vor allem zwischen der Regierung und dem Staat Tigray mit sehr vielen Opfern, sogar Christen kämpften auf beiden Seiten! Man spricht von 500.000 Toten und zwei Millionen Flüchtlingen! Medikamente fehlen und Hunger droht weiterhin. Der "Friedensvertrag" wirkt nicht stabil. Es gibt weiterhin Massaker und Plünderungen.
Wie ergeht es den Christen auf beiden Seiten? Unsere Fürbitten und möglichen Hilfen sind dringend nötig!
Unsere herzliche Einladung zum Gottesdienst am 05.03.2023, um 10.30 Uhr, in der Kirchgasse 6, 67273 Weisenheim am Berg, gestaltet von Pfarrer und Vereinsmitglied Jörg Schreiner.
Ab 11.30 Uhr bis ca. 14.00 Uhr findet im benachbarten Gemeindehaus, Kirchgasse 11, die Kunstausstellung "Christliche Kunst in Äthiopien" statt. Pfarrer Jörg Schreiner bietet zudem auch Sonderführungen für Gruppen durch die Ausstellung an unter der Telefonnummer 06353 / 1257.
Wir freuen uns auf Euch.
Herzliche Grüße
Euer ÄHF-Team
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Freinsheim, 04.11.2021
Liebe Freunde,
wir haben lange nichts mehr von uns hören lassen.
Leider ist die Situation seit Sommer in Äthiopien eskaliert. Ein Mitglied von uns konnte im August nach Addis Abeba reisen. Jedoch schon damals nicht mehr zu unseren Projekten nach Dessie, da South Wollo schon vom auswertigen Amt als gefährliches Gebiet ausgegeben war. Unser Mitglied konnte nur telefonisch mit den Projektleitern vor Ort in Kontakt treten. Die Inflation durch den Krieg und Corona machte allen zu schaffen. In den letzten Wochen mussten wir immer wieder unser Budgets erweitern, da die Lebensmittel und alltägliche Gebrauchsgegenstände kaum noch zu bezahlen waren. Zudem wurde Dessie von vielen Refugees überschwemmt, die vor dem Tigray Konflikt aus North Wollo nach Dessie kamen. Wir waren gerade dabei eine einmalige Nothilfe zu organisieren...
Doch seit Samstag ist nun leider unsere schlimmste Befürchtung Realität geworden. Der Tigray-Konflikt hat sich nach Amhara immer weiter hinein verlagert und Dessie wurde von den Kämpfern der TPLF eingenommen. Seit dem haben wir keinen Kontakt mehr zu unseren Projekten. Wir hoffen sehr, dass alle unsere Kollegen und Freunde sich in Sicherheit bringen konnten oder es ihnen gut geht!! Wir hoffen, dass Gidey mit ihren 16 Waisenkindern mit unserem Budget ausgestattet über die Runden kommt und ihnen nichts passiert! Und wir hoffen, dass es nun nicht zum Äthiopien-weiten Krieg kommt.
Falls ihr uns unterstützen wollt wurden wir für einen Ehrenamtspreis vorgeschlagen. Frist ist leider schon morgen der 05.11., ihr könnt aber gerne morgen uns in einer Mail noch vorschlagen. (wie, wo, was siehe Anhang!)
Ansonten immer gerne über direkte Spenden. Es wird wohl viel zu tun sein, wenn wir wieder Kontakt nach Dessie bekommen!
Herzliche Grüße
Euer ÄHF-Team
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Freinsheim, 07.01.2022
Melkam Gena to our friends in Ethiopia!
We are happy to hear that life comes back to normal in Dessie, the town of our projects - That’s a real Christmas gift!
Frohe Weihnachten an unsere Freunde in und aus Äthiopien! Wir freuen uns zu hören, dass in Dessie das tägliche Leben wieder zurückkehrt - Das ist ein wahres Geschenk!
Viele Grüße das ÄHF-Team